Die Energiewende schaffen wir

Die Energiewende schaffen wir

Wolf Probst setzt sich für die Energiewende ein. Fotograf: Privat

Am Samstag, 18. März, veranstaltet die Lokale Agenda 21 im Einsteinhaus, Kornhausplatz 5, ihre Ideenwerkstatt zur regionalen Energiewende. Wir sprachen mit Agenda-Vorstandsmitglied Wolf Probst über bereits Erreichtes und über Ziele.

Herr Probst, warum muss die Energiewende unbedingt weiter vorangetrieben werden?

Wolf Probst: Energiewende heißt die Abkehr von endlichen fossilen oder nuklearen Energieträgern hin zu nachhaltigen, erneuerbaren Energien – sowohl im Wärme- wie auch im Stromsektor. Deshalb setzt die Energiewende aus gutem Grund auf die breite Unterstützung der Bevölkerung vor Ort. Wir in der Lokalen Agenda arbeiten in Ulm für die Ulmer.

Was ist die Lokale Agenda eigentlich?

1992 trafen sich in Rio 178 Länder zu einer Konferenz über „Umwelt und Entwicklung“. Dabei unterzeichneten die Teilnehmer die Agenda 21. Ein Handlungsprogramm für eine nachhaltige Entwicklung ist entstanden. Lokal wird das in Deutschland in mehr als 2600 Kommunen umgesetzt. Global denken – lokal handeln. Ob es nun um Energiekonzepte für einzelne Gebäude geht oder um Stromerzeugung durch Solarenergie oder Windkraft. In vielen Bereichen müssen Hauseigentümer, Unternehmer und Energiegenossenschaften aktiv werden. Die Energiewende schaffen wir.

Was hat sich in Ulm dahingehend schon getan?

Viele glauben, bei der Energiewende geht es immer nur um die ökologischen Aspekte. Und die wären wohl nur mit starkem Komfortverlust zu erreichen. Aber das stimmt nicht. Wir zeigen bei der Lokalen Agenda in sieben Arbeitskreisen auf, dass sowohl soziale, ökonomische und ökologische Aspekte hier stark zusammenwachsen. Umweltschutz ohne Komfortverlust, das geht! Viele konkrete Projekte, Aktionen und Initiativen sind schon entstanden. Etwa das geplante Projekt „Solidarische Landwirtschaft Ulm/Neu-Ulm“. Es wird am Samstag vorgestellt. Der Verein wird gegründet, sobald die Rahmenbedingungen für den solidarischen Vertrag feststehen zwischen Bauern und Konsumenten, die einen Fixbetrag zahlen.

Nennen Sie uns noch drei Projekte?

Oh je, nur drei! Da gibt es eine Unmenge. Alleine bei
der Ideenwerkstatt 2015 wurden mehr als 800 Ideen mit den beteiligten Bürgern gesammelt. Etliche wurden in bestehende Projekte eingebunden und gebündelt. Laufende Projekte sind unter anderem die Energie-Tour, bei der wir die Energiewende in die Stadtteile und in die Schulen bringen. Und daraus hervorgegangen ist die Projektgruppe Energie aus Bürgerhand und der Workshop Mieter-Strommodelle.

Welchen Beitrag leistet die Ideenwerkstatt jeweils?

Es werden kreative Ideen entwickelt, laufende Projekte vorgestellt und neue initiiert. Zudem dient die Ideenwerkstatt auch immer der Vernetzung der einzelnen Akteure – der privaten, städtischen und auch der gewerblichen.

Ein Beispiel bitte!

 

Ein tolles Beispiel ist sicherlich „Ulm isst gut“. Der Verein wurde mit Unterstützung des Arbeitskreises regionale Produkte 2015 von Erzeugerbetrieben, Initiativen und Bildungseinrichtungen sowie engagierten Bürgern gegründet. Seine Aufgabe sieht der Verein in der Förderung von Verbraucher-, Tier- und Umweltschutz unter anderem durch Informations- und Bildungsveranstaltungen zum Thema Lebensmittel und Ernährung. Konkret findet einmal pro Jahr der Markt „Ulm isst gut“ rund ums Haus der Begegnung statt.

Worum geht es bei der sechsten Ideenwerkstatt?

Es geht um Projekte, die eine direkte Beteiligung möglich machen. Am Vormittag führt nach der Begrüßung durch Umwelt- und Baubürgermeister Tim von Winning Roland Mäckle von der regionalen Energieagentur Ulm in die Thematik der Energietechnik am Gebäude und ihren wichtigen Beitrag zum Klimaschutz ein. Am Nachmittag werden mehrere Projekte vorgestellt, an denen sich Bürger aktiv und auch finanziell beteiligen können. In vier Workshops werden am Nachmittag die Projektvorschläge vertieft. Die Teilnahme ist kostenlos. Beginn ist um 9.30 Uhr, Ende um 16 Uhr. Alle sind herzlich eingeladen.

 

Zur Person Wolf Probst, 50 Jahre alt und Ulmer, ist Gebäudeenergieberater und Hersteller von Photovoltaikanlagen sowie Vorstandsmitglied in der Lokalen Agenda 21.

SWP Autor: Carolin Stüwe, 16.03.2017

http://www.swp.de/ulm/lokales/ulm_neu_ulm/die-energiewende-schaffen-wir-14606362.html

 

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