Für wen ist ein Speicher interessant?

Direkt vorab: ein Solarstromspeicher ist nicht für jeden Privathaushalt sinnvoll bzw. wirtschaftlich. Wer sich eine Photovoltaikanlage neu anschaffen will, für den ist es in jedem Fall sinnvoll, einen Speicher in die Planung mit einzubeziehen. Zum einen aufgrund des Missverhältnis von weniger als 13 Cent Einspeisevergütung und einem Haushaltsstrompreis von rund 28 Cent pro Kilowattsunde.

Anders gestaltet sich die Überlegung für einen Solarstromspeicher bei der Nachrüstung von PV- Anlagen, die in jüngster Vergangenheit oder bereits vor einigen Jahren gebaut wurden.

Photovoltaikanlagen mit einem Speicher nachrüsten

Noch vor einigen Jahren war die Sachlage bei einer privaten Photovoltaikanlage klar: möglichst viel des erzeugten Stroms ins Netz einspeisen. Denn die Einspeisevergütung lag noch vor wenigen Jahren deutlich über dem Preis von normalem Haushaltsstrom. Also nahezu den ganzen Strom teuer an den Netzbetreiber verkaufen und günstigeren Haushaltsstrom einkaufen. Ein klassisches Plus-Geschäft, wenn die Photovoltaik Anlage erst einmal abbezahlt war. Über das Speichern von Solarstrom dachte damals noch keiner nach.

Solarstrom speichern bei mehr als 30 Cent Einspeisevergütung?

Für Betreiber älterer Anlagen, die noch eine Einspeisevergütung von 30 Cent / kWh und mehr bekommen (Inbetriebnahme 2010 und früher), ist es wirtschaftlich nicht sinnvoll, den erzeugten Solarstrom zu speichern um ihn anschließend selbst zu verbrauchen. Denn der selbst erzeugte und selbst verbrauchte Strom ist in diesem Fall teurer bzw. mehr wert, als zugekaufter Haushaltsstrom. Ebenso ist die Wirtschaftlichkeitsberechnung dieser Anlagen darauf ausgelegt, den kompletten Strom einzuspeisen um die Anlage, die damals noch weitaus mehr gekostet hat als heute, über den Stromverkauf zu refinanzieren und ab diesen Zeitpunkt einen Gewinn zu erwirtschaften. Jede Kilowattstunde, die teuer selbst verbraucht wird anstatt sie billiger einzukaufen, macht die einstige Wirtschaftlichkeitsberechnung Stück für Stück zunichte.

Solarstrom speichern bei Eigenverbrauchsvergütung?!

Etwas anders gestaltet sich die Überlegung bei bestehenden Anlagen aus der Zeit, die zwischen dem 01.01.2009 und 31.03.2012 in Betrieb genommen wurden. Diese Anlagen bekommen noch Geld für selbst verbrauchten Strom, die sog. Eigenverbrauchsvergütung. Diese ist gestaffelt in einen Eigenverbrauchsanteil unter 30 Prozent (mit geringerer Vergütung) und über 30 Prozent (mit höherer Vergütung). Strom zu speichern kann in diesem Fall sinnvoll sein, um bei einem höheren Eigenverbrauchsanteil mehr Geld für den selbst verbrauchten Strom zu bekommen.

Solarstrom speichern bei 13 Cent Einspeisevergütung und weniger!

Photovoltaik Anlagen, die seit April 2012 gebaut wurden, bekommen keine Eigenverbrauchs-vergütung mehr und eine Einspeisevergütung von heute weniger als 13 Cent / kWh. Strom von der Photovoltaikanlage zu speichern und selbst zu verbrauchen ist seither schon interessanter. Je weiter die Einnahmen aus der Einspeisevergütung und die Kosten für Haushaltsstrom (28 Cent / kWh und mehr) auseinander liegen, desto eher entsteht aus diesem Missverhältnis ein finanzieller Anreiz für einen Solarstromspeicher und den Eigenverbrauch des Solarstroms.

Fazit: Solarstromspeicher sind insbesondere für bei Anlagen ab Baujahr 2013 interessant

Diese Einschätzung spiegelt sich auch in der Förderpolitik der Bundesregierung wieder. Bundes- umweltministerium und KfW-Bankengruppe haben das KfW-Programm 275 entwickelt und fördern Solarstromspeicher, die entweder in Verbindung mit einer neu zu bauenden Photovoltaikanlage angeschafft werden. Oder Speicher, die eine bestehende Photovoltaikanlage nachrüsten, wenn die PV-Anlage nach dem 31.12.2012 in Betrieb genommen wurde. Die PV-Anlage, egal ob Neubau oder Bestand, darf allerdings nicht mehr als 30 kWp Nennleistung haben, um förderfähig zu sein. Dies zeigt noch einmal klar und deutlich die anvisierte Zielgruppe für Solarstromspeicher: private und kleingewerbliche Photovoltaikanlagen mit Inbetriebnahme 2013.

 

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