Stromtrassen – müssen die sein?

Die Energiewende findet vor Ort statt. Im Kleinen. Von jeder einzelnen Haustüre!

Und mal ganz ehrlich: die Stromtrassen sind auch nur deshalb erforderlich, weil Großinvestoren den Strom dort erzeugen, wo er nicht in diesem Ausmaß gebraucht wird. Offshore Windräder vor Rügen erzeugen sehr viel Strom. In Norddeutschland kann dieser gar nicht in diesem Umfang verbraucht werden. Daher fordern die Investoren eine neue Nord-Süd-Verbindung herzustellen. Und das im Namen der Energiewende! Denn im Süden der Republik kann dieser Strom verwendet und verbraucht werden.

Bis 2022 sollen in Deutschland alle Atomkraftwerke abgeschaltet werden. Das trifft uns in Deutschland am meisten. Denn noch sind wir zu 60 % von den Atomkraftwerken abhängig. Aber müssen wir deshalb den Strom aus dem Norden der Republik beziehen? Sicherlich bläst der Wind im Süden weniger als auf hoher See. Bei einer dezentralen Energieerzeugung, ob im Wind-, Wasser- oder Solarbereich, sind zumindest die Transportwege kurz. Und das bedeutet auch niedrigere Investitionskosten. Die Großinvestoren investieren „nur“ in die Windräder. Nicht in die Stromnetze. Und die Erträge, und damit die Rendite ist auf dem offenen Meer einfach höher. Aber die 800 km Leitung von Nord nach Süd werden von den Netzbetreibern gebaut und getragen. Und das wird dann wieder auf unsere Stromrechnung umgelegt. Zu bedenken gilt auch: die bestehenden Leitungswege werden zum Teil mit genutzt und auf diesem Wege erneuert.
Durch Deutschland laufen insgesamt fast 1,8 Millionen Kilometer Stromleitungen. Doch um die Energiewende umzusetzen, reicht das nicht: Deshalb müssen rund 3800 Kilometer Leitungstrassen neu verlegt und auf weiteren 4000 Kilometern bestehende Netze ausgebaut werden. Das entspricht immerhin sagenhaften 0,44 % der bestehenden Leitungswege. Die vier großen Übertragungs-netzbetreiber haben den Investitionsbedarf für den Netzausbau an Land in den nächsten zehn Jahren auf rund 20 Milliarden Euro geschätzt, hinzu kommen noch die Kosten für den Ausbau der Leitungen auf See.

Insgesamt werden die Kosten auf rund 40 Milliarden Euro geschätzt. Dafür gerade stehen muss der Stromverbraucher. Denn die Kosten für den Netzausbau werden über die Netzentgelte auf die Stromrechnungen von uns Verbrauchern abgewälzt. Die Netzentgelte machen ein Viertel des Strompreises aus.

Könnte es nicht auch möglich sein, dass wir in Zukunft eine zentrale Energieversorgung auf Basis der Kohlekraftwerke bekommen? Na dann gute Nacht Energiewende!
Dagegen hilft nur ein dezentraler Ausbau der Energieversorgung auf allen regenerativen Ebenen.

Eigenverantwortung zeigen. Im Verbrauch. Aber auch in der Erzeugung des eigenen Strombedarfs. Das kann sicherlich ein sehr guter Weg für uns und nachfolgende Generationen sein.

Viel Erfolg dabei!

Grüße vom Wolf

 

 

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